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SOB 2006

Spiekerooger Ornithologische Berichte

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Quelle: Heft 1 der gedruckten Ausgabe für das Jahr 2006

Einleitung

Vor 20 Jahren wurde das Wattenmeer von Dänemark bis zu den Niederlanden aufgewertet, indem es zum Nationalpark erklärt wurde. Es gab manche Einschränkungen bei der Begehung und Nutzung, um den dauerhaften Erhalt dieser einmaligen Landschaft zu sichern. Davon profitieren nicht nur die enormen Vogelmassen, die während der Zugzeiten im Herbst und Frühjahr hier durchziehen und zur Nahrungsaufnahme rasten, sondern auch die unzähligen Besucher und Liebhaber der Küste und Insel. Doch auch in der Winterzeit wird es von vielen und auch selteneren Vogelarten aufgesucht, da der Tisch ganzjährig gedeckt bereitsteht. Ebenso erfreuen die hiesigen Brutvögel die interessierten Inselbesucher.
So berichten sie immer wieder von den beiden Stars, die hier so "greifbar" nah zu sehen sind wie sonst nirgends, der Sumpfohreule und der Kornweihe.
Und es ist unbedingt unterstützenswert, dass so viele Menschen in der heute so hektischen Zeit diese Schönheiten wahrnehmen, die sie ja sonst nur noch übers Fernsehen zu Gesicht bekommen. Das Erstaunen aber gipfelt im Betrachten der einzigartigen Watvogelschwärme, die als riesige Wolke am Horizont vorbei fliegen, um plötzlich für Sekunden völlig unsichtbar zu sein scheinen, wenn die hellen Bäuche dem Betrachter kurz zugekehrt sind. Dieses bewundernswerte Schauspiel erfolgt in einem unerklärlichen Gleichmaß, das selbst hochspezialisierte Tänzer in ihren synchronen Aufführungen wie Anfänger wirken lässt.
Spätestens dann tauchen Fragen über Fragen auf: "Was sind das für Vögel? Wo kommen die her? Wie viele sind das? Warum sieht man die bei uns nicht?" etc. etc. Die Antworten darauf können nur allgemein gegeben werden. Es gibt eine ganze Reihe von Büchern, die diese Themen beantworten - für Laien wie aber auch für Fachleute. Das soll nicht auch hier noch ausprobiert werden. Doch da ich in meiner Zeit auf Spiekeroog so häufig auf die besten Beobachtungsmöglichkeiten angesprochen wurde oder was gerade an Besonderheiten hier auf der Insel zu beobachten ist, wuchs der Gedanke, für Laien wie auch für Vogelbeobachter alljährlich eine kleine Broschüre herauszugeben. Diese soll rückwirkend zu erkennen geben, was einerseits im Laufe eines Jahres hier festgestellt wurde, andererseits soll dadurch eine Basis für eine spätere Zusammenstellung der Spiekerooger Vogelwelt geschaffen werden. Eine solche Avifauna gibt es für verschiedene Nordseeinseln bereits, für Spiekeroog aber liegt bislang nur eine recht allgemein gehaltene Liste früherer Brut- und Gastvögel vor (J.Meyer-Deepen & P.D.Meijering 1979), bzw. unveröffentlicht die Jahresberichte der Brutvögel seitens des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die auszugsweise von O.Röller/F.Schlesiger (2005) abgedruckt wurden.


Ich selbst erhoffe mir durch die SOB eine bessere Ausgangsposition für Kontakte zu Ornithologen. Ich kann mir vorstellen, dass Beobachter hier mehr und mehr Urlaub machen, wenn sie über den Club300 im Internet (Mitgliedschaft 15 € im Jahr, www.club300.de) von den doch zahlreichen Feststellungen seltenerer Vogelarten immer wieder sofort benachrichtigt werden. Auf diese Weise bekam ich schon Anfragen, wann welche Vogelart am besten auf Spiekeroog zu beobachten ist und wo. In diesem Zusammenhang möchte ich aber auch darauf aufmerksam machen, dass geeignete Anlaufstellen zur Beobachtung von Vögeln durch das Umweltzentrum (Tel.04976 / 910050 ) gegeben sind wie auch durch die Vogelzivis (015118666660)im Auftrag des NLWKN, die regelmäßig kostenlose Vogelführungen veranstalten und auch vereinzelt Diavorträge anbieten.


Allen Besuchern wünsche ich einen schönen Aufenthalt auf der Grünen Insel und schöne, eindrucksvolle Beobachtungen, wobei ich davon ausgehe, dass Sie diese nur von den vorgesehenen gekennzeichneten Wegen durchführen, um der Natur die verdiente Ruhe und Sicherheit zu lassen.

Edgar Schonart

 



 

Spezieller Teil

A Brutvögel

Da ich mich im ersten Jahr erst einmal in die Inselsituation einarbeiten musste, fehlen mir noch zu viele spezielle Daten. Deshalb sollen erst einmal nur qualitative Angaben gemacht werden, die sich aus den täglichen Rundgängen auf der Insel ergaben. Nicht-Singvögel und Singvögel sind in getrennten Rubriken alphabetisch aufgeführt. Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen basierend auf vor allem eigenen Beobachtungen entstanden. In kommenden Jahren lassen sich mit Sicherheit mehr und genauere Angaben machen.

Austernfischer Amsel
Brachvogel Bachstelze
Brandgans Birkenzeisig
Eiderente Blaumeise
Fasan Bluthänfling
Flussseeschwalbe Buchfink
Graugans Dohle
Heringsmöwe Dorngrasmücke
Hohltaube Elster
Kiebitz Feldlerche
Kornweihe Fitis
Krickente Grauschnäpper
Kuckuck Grünfink
Küstenseeschwalbe Hausrotschwanz
Lachmöwe Haussperling
Löffelente Heckenbraunelle
Löffler Klappergrasmücke
Mäusebussard Kohlmeise
Ringeltaube Mehlschwalbe
Rohrweihe Nachtigall
Rotschenkel Rabenkrähe
Säbelschnäbler Rauchschwalbe
Sandregenpfeifer Rohrammer
Schwarzkopfmöwe Schilfrohrsänger
Silbermöwe Schwanzmeise
Stockente Singdrossel
Sturmmöwe Star
Sumpfohreule Steinschmätzer
Teichhuhn Teichrohrsänger
Turmfalke Wiesenpieper
Uferschnepfe Zaunkönig
Waldohreule Zilpzalp
Waldschnepfe
Wasserralle
Zwergseeschwalbe

ungeklärt war der Status von:
- Gelbspötter
- Rotkehlchen



 

B Gastvögel

Alle Gastvögel hier aufzuführen würde den Rahmen eines solchen Heftes sprengen. Dazu muß ich mich erst einmal in die hiesigen Örtlichkeiten einarbeiten, um danach gezielt zu beobachten. Doch die trivialen Arten werden dann aufgeführt, wenn ausgefallene Daten damit verknüpft sind. Unterstützt wurde ich 2006 durch Birte und Jan Weinbecker(B & JW), die mir ihre zufälligen Zugbeobachtungen überliessen, wofür ich ihnen sehr verbunden bin. Doch auch bei den beiden Vogelzivis Tim Poeschel und Markus Waal bedanke ich mich für ihre Unterstützung. Besonderer Dank aber gilt Jochen Dierschke (JD), der auf Wangerooge an einem "Seawatching-Programm" mitarbeitete und mir viele gute Einarbeitungstips zukommen ließ. Für die Zukunft möchte ich jeden ermuntern, besondere (aber gesicherte) Daten der Vollständigkeit wegen mir zu überlassen.
Meine Beobachtungszeit auf Spiekeroog beginnt erst zum Frühlingsbeginn 2006, weshalb mir aus dem schneereichen Winter sicherlich einige interessante Daten fehlen. Im Laufe der nächsten Jahre wird jedoch sicherlich dieser Mangel kompensiert werden. Bei der Liste der Gäste gehe ich nicht alphabetisch, sondern nach der allgemeingültigen Systematik vor. Folgende Abkürzungen werden im Text verwendet:


pull. = nicht flügge 1,0 = 1 Männchen DZ = Durchzügler, Durchzug
dj./vj. = diesjährig/vorjährig 0,1 = 1 Weibchen BV = Brutvogel
immat.= unausgefärbt Ex. = Exemplare EB = Erstbeobachtung
ad. = ausgefärbt Max. = Maximum LB = Letztbeobachtung
PK = Prachtkleid EX.= Exemplar
SK = Schlichtkleid
JD = Jochen Dierschke
HL = Hermann-Lietz-Schule ES = Edgar Schonart
SQD = Strand b. Quellerdünenheim BW = Birte Weinbecker
JW = Jan Weinbecker


Sterntaucher (Gavia stellata): regelmässiger DZ von Sept.an (EB 31.08.); Max.19.12. mit 165 Ex.; vereinzelt stationär vor der Insel fischend

Prachttaucher (Gavia arctica): am 28.09. 1 Ex. im SK vor dem Badestrand

Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis): nur je 1 Ex. am 18.07. auf der Lagune am N-strand und am 12.12. am Hafen

Haubentaucher (Podiceps cristatus): Anfang April (2 Beob.) und ab 9.09. bisEnde Dezember (26 Beobachtungen) vorbeiziehende oder rastende (bis max. 4Ex.) Taucher

Eissturmvogel (Fulmarus glacialis): Am 9.06. wurden 2 frischtote Vögel am N-Strand angespült, wovon einer verölt war. 1 Ex. flog vor N am 11.10. westwärts.

Dkl.Sturmtaucher (Puffinus griseus): 4 eigene Beobachtungen bei oder nach Sturmtagen aus dem Herbst liegen mir vor: am 15.08. (2-3 EX.), am 9.09. (1), am 4.10. (1) westwärts gleitend und am 8.10. (1) nach Osten

Sturmschwalbe (Hydrobates pelagicus): Da es auf Spiekeroog bei orkanartigen Stürmen keine Möglichkeit gibt, mit einem Spektiv das Meer abzusuchen,habe ich nur zweimal je1 Sturmschwalbe unmittelbar vor dem Strand ausmachenkönnen: am 22.10. und 6.11. Auf Wangerooge dagegen, wo ein geeigneter Windschutz existiert, waren es erheblich mehr (JD mdl.).

Basstölpel (Morus bassanus): Von der 3. August-Dekade an fast regelmässig einzelne ziehende Tölpel. Das Max. passierte die Insel in den ersten Oktobertagen (6.10.= 45; 7.10.= 60 ) z.T. in lockeren Trupps bis zu 15 Ex. Wenn es in August noch überwiegend Jungvögel waren, dominierten im Oktober Altvögel. EB 21.08.
LB 22.10.

Kormoran (Phalacrocorax carbo): Fast ganzjährig durchziehend oder rastend; auf Anfang Sept. bis in die zweite November-Dekade fallen die meisten durchziehenden Kormorane, und auch im Watt halten sich oft weit über 100 Ex. auf.

Graureiher (Ardea cinerea): Den nur 6 Daten auf dem Frühjahrszug stehen 21 Daten vom Herbst gegenüber, wobei es sich am 13. (10) und am 26.09. (12) um die größten Trupps handelte. Rastend trifft man sie im Watt und auf der Ostplate an, seltener am N-strand.

Silberreiher (Ardea alba): Am 19.09. meldete mir M.Wall 2 weiße Reiher von der Ostplate, die er als Silberreiher ansprach. Eine Nachsuche an den nächsten Tagen brachte keine Klarheit. Erst am 26.09. rief mich T.Poeschel an und meldete wieder 2 weiße Reiher. Als ich ankam, sah ich gerade noch eines der beiden Tiere in einer Senke verschwinden, was für eine Bestätigung aber ausreichte. JD sah 1 Ex. tags zuvor auf Wangerooge. Vermutlich war es einer der beiden.

Löffler ( Platalea leucorodia): EB 18.04. 2 über Westergroen LB 27.09. 4 dj. über Ostplate

Höckerschwan (Cygnus olor): 9 sichere Daten liegen mir vor, meist vom Heimzug (7) Von Mitte April bis Mitte Juni in 1-9 Ex., selten auf den Salzwiesen rastend; weitere, weit vor N vorbeifliegende Schwäne konnten nicht immer sicher zugeordnet werden, dürften aber überwiegend dieser Art zuzuschreiben sein.

Singschwan (Cygnus cygnus): Der Heimzug lieferte weniger Daten, trat aber zahlenmässig stärker auf (21.03. mit 20 und 11.05. mit 38 Ex.); dagegen stehen vier Herbstdaten zwischen dem 26.10. bis 24.12. mit 2-5 Vögeln

Saatgans (Anser fabalis): Lediglich 10 Feststellungen liegen mir vor, wovon 2 auf das Frühjahr fallen (24.03. 35 Ex. und 13.04. 12 Ex.), gegenüber 8 Herbstdaten zwischen dem 10.09. und 8.12. (Max. am 13.10. mit 120 ziehenden Gänsen); darunter befinden sich 3 rastender Vögel auf dem Westergroen. Am 8.12. war unter 9 Saatgänsen deutlich erkennbarbar 1 A.f.fabalis auf dem Heller.

Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus): Von der 2. Oktober-Dekade an bis zum Jahresende überflogen K. die Insel in kleinen Gruppen, wobei am 27.11. mit 107 der größte Trupp gesichtet wurde. 1 Gans hielt sich unter 5 Blässgänsen 4 Tage auf den Richelwiesen auf (19.-23.10.).
Für alle Gänse- und Ententrupps gilt es aufzupassen, da ganz häufig gemischte Formationen die Insel passieren.

Blässgans (Anser albifrons): Noch am 6.06. hielt sich 1 Ex. unter Kanadagänsen an der Ostspitze auf; Vom Herbstzug liegen mir 7 Daten vor mit max. 41 Gänsen am 16.10. rastend wurden am 19.10. 6 und am 23.10. 7 Ex. auf den Richelwiesen angetroffen.

Graugans (Anser anser): Die Graugans ist auf Spiekeroog Jahresvogel und von den grauen Gänsen die häufigste. Mitte Sept.- Ende Okt. sind die meisten Durchzügler zu sehen. Das Tagesmax. War am 9.10. mit 490 Graugänsen.

Kanadagans (Branta canadensis): Am 3. (17),am 6. (27) und am 13.06. (14); für den Herbstzug liegt nur ein Datum, nämlich der 13.10. mit 24 Ex. vor.Weißwangengans (Branta leucopsis): Mit großem Abstand wurde diese Gänseart am häufigsten wahrgenommen. Sie ist auf dem Heimzug im April und Mai und wieder von Sept. - Dez. westwärtsfliegend zu sehen und zu hören.

Ringelgans (Branta bernicla): Bis Mitte Juni ist diese Meeresgans Gast der Insel im Watt oder auf den Salzwiesen. Die Mengen reichen bis zu ca. 500 Ex. Mitte Mai. Erst im Sept. kommt sie dann langsam wieder in ihr Überwinterungsgebiet, liegt aber im Herbst unter den Mengen des Frühjahres, wird sogar Anfang Dez. zur Ausnahme.

Brandgans x Rostgans: Unter Hunderten von Brandgänsen weilte am 11.09. im Watt ein Hybrid zwischen diesen beiden Arten, wobei der Kopf der einer Brandgans war, sonst Rostgans. Beringt war der Vogel nicht. Einige Tage zuvor wurde ein solcher Vogel bereits in Schleswig-Holstein gesichtet. Ob es sich um denselben Vogel handelte, konnte später nicht mehr festgestellt werden.

Pfeifente (Anas penelope): Diese Art dürfte von den Enten der häufigste DZ und Wintergast sein. Schon Mitte Aug. tauchen die ersten P. hier auf und zählen dann Ende September schon mehrere Tausend.

Spießente (Anas acuta): regelmässiger DZ von Aug.-Nov. in nur geringer Anzahl, seltener noch auf dem Heimzug

Knäkente (Anas querquedula): am 29.09. 0,1 am Süßwasserteich westlich des Dorfes

Tafelente (Aythya ferina): nur am 20.11. 2 T. vor dem Hafen schwimmend

Reiherente (Aythya fuligula): von Ende Aug. bis Ende Okt. immer wieder kleine Trupps vorbeiziehender Reiherenten, meist vergesellschaftet mit anderen Anatiden

Bergenten (Aythya marila): nur an 4 Tagen ab Ende Sept. durchziehend beobachtet; die kommenden Jahre werden mehr Auskunft über die tatsächliche Anzahl ergeben

Trauerente (Melanitta nigra): von Aug. an regelmässig vor N zu sehen, oft in großer Entfernung vor der Insel und zeitweise im Bereich mehrerer tausend Enten

Samtente (Melanitta fusca): im Okt./ Nov. vereinzelt unter Trauerenten mitziehend

Schellente (Bucephala clangula): von Mitte Okt. an nahezu regelmässig durchziehend und ab Ende Nov. auch verweilend vor dem Hafen und vor allem auf der Lagune vor NW, Max. 10.11. mit 18 dz. und 26.12. mit 8,6 rastenden Schellenten

Mittelsäger ( Mergus serrator): ab der 3. Sept.-Dekade regelmäßig dz. mit Max. im Okt.

Gänsesäger (Mergus merganser): nur 3 Daten aus dem Herbst: 26.09.(1,1); 25.10.
(1,0); 10.11. (10)

Fischadler (Pandion haliaetus): am 3.05. (1), 13.05. (3 B&JW) und 14.05. (1),vom Wegzug am 25.09.(1)

Wespenbussard (Pernis apivorus): 8.05. 1 ostwärts ziehendes (B&JW, ES) und 26.09. 1 im Westergroen rastendes Ex.

Rotmilan (Milvus milvus): am 19.04. 1 Ex. über der Erdbeerleegde ostwärts fliegend

Schwarzmilan (Milvus migrans): am 13.05. und 30.10. je 1 dz. Ex.

Seeadler (Haliaeetus albicilla): am 16.10. stand 1 dj.Ex. auf einer erbeuteten Brandgans im Watt

Wiesenweihe (Circus pygargus): 6.05. 1,0 ostwärts dz.

Sperber (Accipiter nisus): von Mitte April - Mitte Mai und vom Ende der 1. Sept.- Dekade bis Jahresende regelmässiger Gast oder Durchzügler; von einer Brut ist nichts bekannt, sie ist eher unwahrscheinlich

Habicht (Accipiter gentilis): 1 den Ort überfliegendes Ex. dj. (1,0) am 21.12.; 2 Tage vorher wurde auf der Parkteichinsel eine gerupfte Stockente gesichtet, die gegebenfalls dem / einem Habicht zuzuschreiben ist

Rauhfußbussard (Buteo lagopus): am 30.10. und 12.12. je 1 Vogel auf der Ostplate stationär

Steinadler (Aquila chrysaetos): am 23.04. kreiste gegen 18h mehrere Minuten 1 immat. Steinadler über dem Campingplatz, schraubte sich immer höher, um dann ostwärts zu entschwinden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es sich um den Vogel handelte, der am Jadebusen überwinterte.

Rotfußfalke (Falco vespertinus): 1,0 ad. am 12.05. über Ostplate ostwärts dz.

Merlin (Falco columbarius): vom 23.03. - bis 17.05. 8 und vom 28.09.- 27.11.

9 Beobachtungen

Baumfalke (Falco subbuteo): vom 23.04. - 15.05. 7 Daten mit 9 Vögeln und vom 19.08.- 18.09. 4 Beobachtungen mit 8 Vögeln

Wanderfalke (Falco peregrinus): das ganze Jahr auf der Insel in 1 - 2 Ex. anzutreffen. Mehrere Rupfungen von Austernfischern, Waldschnepfen, Tauben etc. sind wohl dieser Art zuzuschreiben.

Wachtel (Coturnix coturnix): am 15. und 17.5. rief wohl derselbe Vogel am Rande der Ostplate; auf dem Wegzug war 1 W. kurz bei der alten Rettungsstation zu vernehmen

Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria): von der letzten März- bis zur ersten Mai-Dekade nur 5 Nachweise; im Herbst häufiger mit 14 Daten zwischen dem 5.08. und 15.10., Truppstärke bis zu 50 Ex.

Kiebitzregenpeifer (Pluvialis squatarola):* keine Aussagen über den Heimzug; von Anfang August bis Ende Dezember im Herbst durchziehend oder rastend; dabei Trupps von weit über 1.000 Ex.

Flussregenpfeifer (Charadrius dubius): 2 Zufallsnachweise aus dem Frühjahr mit je 1 Ex. am 23.04. und 5.05. (2 EX.)

Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus): am 19.04. und am 4.08. je 1 Ex. am alten Anleger; am 26.09. 1 Ex. an der Leegde

Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus): B.& JW entdeckten am 26.05. im Watt 1 Ex. anlässlich einer Watvogelzählung im Watt

Bekassine (Gallinago gallinago): nur 3 Frühjahrsdaten vom 4.04.;2. und 4.05. mit je 1; dem stehen 21 Herbstdaten von Mitte August bis zum 19.12. gegenüber mit dem Schwerpunkt im September


*Anmerkung des Verfassers: Das Watt wurde weitgehend im Frühjahr 2006 ignoriert, da ich mich erst einmal mit der Situation auf der Insel vertraut machen wollte.


Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica):* Der deutlich schwächere Heimzug von Mitte April
bis Mitte Juni wird bei weitem im Herbst von Mitte Juli (17.) bis Mitte Nov. (18.11.) an
Daten und Stückzahlen überboten mit einem Maximum von mehreren Tausend in der 3.
August-Dekade.


Regenbrachvogel (Numenius phaeopus):* in beiden Zugperioden gleichmässig rar in 1- 4 Ex.; Ende März (29.03.) - Ende Mai ( 25.05.) und dann wieder vom 24.07. - 16.10.;
am regelmäßigsten im August

Dkl. Wasserläufer (Tringa erythropus):* vor allem im Mai und wieder im September befinden sich Einzelvögel unter den Limikolen im Watt; der 13.09. mit 40 Vögeln fällt dabei aus dem Rahmen.

Grünschenkel (Tringa nebularia):* Von Mitte April bis Ende Mai kleinere Gruppen im Watt; dann wieder von August bis Mitte Oktober in weitaus größeren Trupps von mehre-ren Hundert

Waldwasserläufer (Tringa ochropus): 22.4. 1 Ex.; 19.,24. u. 31.07. , 8.,11. je 1 Ex.
und am 18.08. 2 Ex. an den Teichen und Pfützen im Heller

Bruchwasserläufer (Tringa glareola): am 10.05.; 22.08. und 11.09. je 1 Ex. an Pfützen im Heller

Flussuferläufer ( Actitis hypoleucos): in den ersten beiden Mai-Dekaden regelmäßig vor allem am Hafen und den Westbuhnen wie ab Mitte Juli bis Ende Sept. in 1-5 Ex.

Steinwälzer (Arenaria interpres): bevorzugt am Alten Anleger, den Buhnen, im Hafengelände, aber auch im Watt nahezu das ganze Jahr über einzeln oder in Gruppen bis zu 100 Vögeln

Knutt (Calidris canutus):* gehört zu den häufigsten Durchzüglern von mehreren Tausend, besonders im Herbst von Mitte Juli an bis zum Oktober, vereinzelt auch als Übersommerer

Sanderling (Calidris alba): Diese Art ist bevorzugt am alten Anleger, am N-Strand und bei der Leegde zu finden und zwar nahezu zu jeder Jahreszeit. Trupps über 100 Ex. sieht man selten.

Zwergstrandläufer (Calidris minuta):* Unter den gewaltigen Schwärmen der Strandläufer sind die sicherlich regelmässig anwesenden Z. schwer herauszufinden, weshalb die wenigen Beobachtungsdaten ein völlig falsches Bild über den DZ abgeben. Es liegen mir auch nur 4 Daten von Ende Juli bis Anfang Okt. vor. Max. am 7.09. mit 10 Individuen unter Alpenstrandläufern in der Leegde

Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea):* Was über den Zwergstrandläufer gesagt wurde gilt ebenso für den S., wenn er auch sicherlich seltener hier durchzieht. Hier habe ich sogar nur 2 Daten vom 5.05. mit 5 über dem Westergroen und vom 7.09. mit 1 Vogel bei der Leegde.

Meerstrandläufer (Calidris maritima): Diese Art findet man hier nur auf den Buhnen im W oder am Alten Anleger, so am 29.11.mit 2 und am 27.12. mit 3 Ex. auf einer Buhne.

Sumpfläufer (Limicola falcinellus): am 17.08. konnte an einem Priel am N-Strand einer von 4 Strandläufern klar als diese Art angesprochen werden; bevor es zur Bestimmung der übrigen kam, flogen alle gegen die Sonne davon. Unterschiede waren daher nicht erkennbar.

Kampfläufer (Philomachus pugnax): am 25.10. flog 1, am 27.10. 2 Ex. vor der Insel westwärts

Thorshühnchen (Phalaropus fulicarius): vom 10. - 13.09. hielt sich ein Altvogel auf einem Regenteich auf dem Westergroen auf

Skua (Stercorarius skua): am 16.09. 1 Skua am N-strand bei heftigem Sturm

Spatelraubmöwe (Stercorarius pommarinus): 4 gesicherte Einzelbeobachtungen vom 30.08.;9.09. (einziges immat. Ex.); 4. und 22.10. vor N

Schmarotzerraubmöwe (Stercorarius parasiticus): an 16 Tagen zwischen dem 27.08. und 7.11. 21 Beobachtungen; schmarotzt wurde bevorzugt bei Brandseeschwalben.

Falkenraubmöwe (Stercorarius longicaudus): am 3.; 4. und 6.10. je 1 westwärts ziehendes Ex.

Zwergmöwe (Larus minutus): am 7.11. 1 dj. westwärts ziehend

Schwalbenmöwe (Xema sabini): am 6.11. 1 dj. westwärts

Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla): Diese Art zieht vor allem weit draussen auf dem Meer vorbei und das an und nach windigen Tagen, was die Bestimmung ohne vorhandenen Windschutz sehr erschwert. Daher nur 4 sichere Daten vom 6.11. (1); 7.11. (5); 14.11.(4) und 5.12. (4); 1 Totfund vom 20.12. am N-Strand

Raubseeschwalbe (Sterna caspia): am 25. und 26.08. je 1 durchziehendes ad. Ex.

Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger): am 5.05. zogen 5 ostwärts; von Mitte August bis zum 7.10. passierten 29 Ex. an 9 Tagen die Insel; nur einmal, nämlich am 15.08., rasteten für einige Stunden 1 ad. und 1 dj. am Alten Anleger

Krabbentaucher (Alle alle): am 22. flogen 2, am 25.10. 13 vor N nach W; 1 wurde am 4.11. am N-Strand ermattet ergriffen

Trottellumme (Uria aalge): 5 Daten von dz. Lummen; am 25.09. (1), 25.10. (2), 29.10. (1), 7.11. (1)+ 1 ermattete vor W und 19.12 (2); die hohe Anzahl von Totfunden bekundet eine sehr viel stärkere Quote dz. Lummen und zwar zwischen dem 11.08. und Ende Dez. mit 24 verendeten Tieren (darunter befand sich ein noch nicht flügger Jungvogel am 1.09.; wenn man berücksichtigt, dass auf Helgoland der "Lummensprung" Mitte Juni beginnt, so liegt hier ein sehr spätes Datum vor)

Tordalk (Alca torda): die beiden letzten Arten sind beim Vorbeifliegen z.T. weit vor dem N-Strand kaum voneinander zu unterscheiden. Ein sicherer Nachweis gelang am 25.10. Der ad. Alk war aus geringerer Entfernung bei bestem Licht eindeutig anzusprechen. Ein Totfund eines dj. Vogels stammt vom 10.10.

Gryllteiste (Cepphus grylle): je 1 Ex. im SK vom 7. und 24.10. vor N

Turteltaube (Streptopelia turtur): JW meldete mir in einem späteren Gespräch 1 dz.Vogel aus der 2. Maihälfte

Türkentaube (Streptopelia decaocto): am 18./19.04. weilten 3 im Westen; 9 überflogen das Westend am13.05; rastende Vögel am 17. (1, Strandhalle), am 24.05. (1, Gartenweg); ein rufendes Ex. am 15.07. im Friederikenweg, wo es in den nächsten Tagen nicht wieder auftauchte;je 1 DZ am 24.09. im SW wie am 12.10. HL

Waldkauz (Strix aluco): als besondere Überraschung war am 25.05. am Rande der Ostplate mitten am Tage ein Waldkauz auf dem Boden zu sehen (ES, Tim Poeschel)

Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus): Am 23.04. sang in den frühen Morgenstunden leise und kurz 1 Ex. vom Boden aus, ohne dass ich den Vogel sehen konnte.


Mauersegler (Apus apus): zwischen dem 3.05. und dem 5.09. 20 Daten einzelner Vögel, lediglich am 11.06. (35) und 3.07. (25) größere Gruppen

Wendehals (Jynx torquilla): je 1 am 22.04. und 3.05. im Kurpark

Buntspecht (Dendrocopos major): 10 Daten mit 1 - 2 Individuen Ende März/Anfang April, häufiger aber im Oktober-Dezember; aus dem Rahmen fällt 1 Vogel am 7.08. im Kurpark.

Heidelerche (Lullula arborea): am 3.05 1 sing. Vogel an der Ostplate; auf dem Wegzug am 26.09. (1), 11. (3) und 25.10. (2)

Ohrenlerche (Eremophila alpestris): Bevorzugt beobachten kann man diese Art im Winter von Mitte Oktober bis Mitte April auf kurzrasigem Heller und am Strand (besonders beim Quellerdünenheim) in kleinen Trupps. Ansammlungen von über 50 Vögeln sind heute rar (4.10. mit 50 SQD; 5.11. mit 115 SQD+Ostergroen; 29.11. 65 Westergroen).

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea): mehrfach auf der Insel gesehen, meist Kurpark - Teich, so am 8.05. (1), 28.09.(1), 30.09. (1), 6.10. (2), 8.10.(1) und am 15.10. (1) auf dem Campingplatz

Spornpieper (Anthus richardi): 20.06. 1 über Ostplate, dort mehrfach rüttelnd, bevor er weiterflog in Richtung Festland

Brachpieper (Anthus campestris): am 5.09. am Ende des Friederikenwegs 1 rufender Vogel

Rotkehlpieper (Anthus cervinus): 2 Zugbeobachtungen vom 24.09. (HL)und 9.10. N- Dünen je 1 Ex.

Ringdrossel (Turdus torquatus): von Mitte April bis Anfang Mai (6 Daten) und von der letzten Sept.-Dekade bis Ende Oktober (8 Daten) einzeln oder in kleinen Trupps

Misteldrossel (Turdus viscivorus): ähnlich wie die vorherige Art den ganzen April und im Oktober; aus dem Rahmen fällt der 18.12. mit 2 ziehenden Drosseln über dem Westergroen

Gelbbrauenlaubsänger (Phylloscopus inornatus): je 1 Laubsänger am 27.09.; 3., 6.
und 22.10.

Sprosser (Luscinia luscinia): ein sehr frühes Datum vom 16.04.; am späteren Nachmittag sang aus einem dichten Apfelrosengebüsch in "Up de Dünen" über 10 min. ein Vogel

Bartmeise (Panurus biarmicus): 4,2 Bartmeisen verweilten für etwa 2 Stunden in einem Schilfgebiet bei der alten Rettungsstation

Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla): Baumläufer scheinen recht spärlich die Insel zu besuchen. Die beiden Daten betreffen beide eindeutig diese Art und fallen auf den 24.03. (1, Gesang) im Kurpark und den 21.11. (1) in der Osteranplantung

Pirol (Oriolus oriolus): Am 22.05. sang 1 Vogel dauerhaft aus einer Baumgruppe am nordöstlichen Ortsrand, konnte selbst aber nicht gesehen werden.

Neuntöter (Lanius collurio): 0,1 am 2.06. an der HL

Raubwürger (Lanius excubitor): etwas häufiger wurde dieser Würger beobachtet, so am 13.05. (1, HL); 13.10. (1, Campingplatz); 5.11. (1, N-Strand, Tim Poeschel, Jens Husmann), und vom 15.- 30.11. verweilte etwas länger 1 auf der Ostplate

Eichelhäher (Garrulus glandarius): am 28.11. vernahm ich 1 Vogel aus dem Friederikenwäldchen

Saatkrähe (Corvus frugilegus): Der DZ der Saatkrähe soll auf der Insel spärlich sein, weshalb ich die 4 Daten aufführen möchte: 28. und 29.04. je 5, 10.05. 17+4; 9.11. nochmals 3

Karmingimpel (Carpodacus erythrinus): 25.05. 1 sing Ex. "Haus Wolfgang" (Tranpad); 7.06. 1 zieh.Ex. Westergroen, je 1 sing. Vogel Richelweg und bei der "Inselvilla"; am 11. und 12. 06. derselbe oder dieselben am Richelweg und zu anderer Tageszeit "Inselvilla". Ich selbst gehe davon aus, dass es sich bei den Juni-Daten um einen einzigen Vogel handelt.

Berghänfling (Carduelis flavirostris): vom 24.10. an bis zu 100 Ex. im Heller und am SQD

Girlitz (Serinus serinus): vom 1.-3.05. hielt sich ein G. im Kurpark auf und sang auch

Gimpel (Pyrrhula pyrrhula): nur 1 Nachweis vom 5.11. mit 3 Ex. an der HL

Kernbeisser (Coccothraustes coccothraustes): 26.4. 1 Vogel im Ort

Goldammer (Emberiza citrinella): vom 24.09. - 19.10. 5 Daten mit 1-3 Vögeln

Ortolan (Emberiza hortulana): am 17.09. zogen 3 südwestlich

Grauammer (Emberiza calandra): am 24.09. flog 1 Ex in den Dünen am Damenpad herum

Schneeammer ( Plectrophenax nivalis): Die letzten Wintergäste verlassen Ende April die Insel, um Mitte Oktober wieder in Trupps bis zu knapp 100 Ex. hier zu erscheinen. Bevorzugter Aufenthaltsort sind die Spülsäume des gesamten Strandes.

 


Literatur

1. Meyer-Deepen,J. &P.D.Meijering,1979:Spiekeroog,Naturkunde einer ostfriesischen Insel, Verlag KV Nordseebad Spiekeroog

2. Röller,O & F.Schlesiger, Blühende Wildnis Spiekeroog, Verlag Hermann Lietz-Schule Spiekeroog